Arbeitsplätze alternsgerecht gestalten

Alternsgerechte Arbeitsgestaltung

Alternsgerecht: das zusätzliche „n“ ist kein Rechtschreibfehler sondern soll den Unterschied zu „Altersgerechter Arbeitsgestaltung“ klarstellen. Alternsgerechte Arbeitsgestaltung hat einen präventiven Charakter und setzt den Focus darauf, die Arbeitsfähigkeit für das gesamte Arbeitsleben zu erhalten. Nicht zuletzt aufgrund des Älterwerdens der Menschen ist dies ein wichtiges Thema in Betrieben. Arbeitsbedingungen, die für alle Altersklassen zugeschnitten sind, fördern die Leistungsfähigkeit und den Output des Unternehmens. Unternehmen sind gut bedient, sich auf diese Veränderung rechtzeitig einzustellen und die Arbeitsbedingungen sowohl für Jüngere und Ältere anzupassen.

Fest steht, dass sowohl die Arbeits- als auch die Leistungsfähigkeit über die Jahre eine Veränderung erfährt. Diese müssen aber nicht zwangsläufig als negativ verstanden werden. Ganz im Gegenteil:

Vor allem in sozial-kommunikativen Bereichen nehmen die Fähigkeiten durch ansteigende Erfahrung zu.  Durch diese Erfahrung steigt die  Selbstsicherheit,  was die älteren Beschäftigten besonders in abstrakter Lösungs- und Urteilsfindung stärkt. Das heißt ältere Mitarbeiter sind besonders gut in der Lösung von komplexeren Problemstellungen und sicherer in Entscheidungen.

Allerdings stellt sich eine Abnahme von physischen Fähigkeiten ein: Hier ist ein besonderer Fokus auf Schnelligkeit und die Reaktionsfähigkeit zu beachten, diese nehmen mit dem Alter eher ab. Auch die Muskelkraft, Knochenbau, die Seh- sowie die Hörkraft nimmt mit steigendem Alter ab. Organisatorische Arbeitsabläufe sowie die Frequenz der Aufträge ist deshalb in der Arbeitsgestaltung zu berücksichtigen.

Alternsgerechte Arbeitsplätze können so gestaltet werden:

Ein systematischer Belastungswechsel sorgt für eine Balance zwischen verschiedenen Muskelgruppen und eine Vermeidung von einseitiger Haltung. Dabei ist ein stetiger Einsatz von vielfältigen Bewegungen ratsam, um unterschiedliche Muskeln und Sinne möglichst vielseitig zu beanspruchen.

Eine Anpassung der regenerativen Arbeitsunterbrechungen ist hilfreich, um durch richtige Erholung die Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu erhalten. Sogenannte Mikropausen verbessern die Arbeitsfähigkeit signifikant. Richtige Pausengestaltung ist in dem Zusammenhang besonders relevant, weil die Regenerationszeiten mit dem Alter zunehmen. Ältere Mitarbeiter benötigen mehr Zeit um sich zu erholen als ihre jüngeren Kollegen.

Kontinuierliche Fortbildung und die Schaffung von lernfördernden Arbeitsbedingungen ist wichtig und können dadurch geschaffen werden, dass der Betrieb Fort- und Weiterbildung unterstützt. Das Tempo des Lernens kann ruhig den Beschäftigten überlassen werden. Lockere Wiederholung und druckfreie Lernbedingungen fördern die Bereitschaft Neues aufzunehmen und ermutigen auch Neues zu ergründen.

Eine bessere Arbeitsumgebung kann oft durch einfache, kostengünstige Maßnahmen wie  hellere Lichtverhältnisse, weniger Ablenkungsgeräusche, bessere Regenerationsmöglichkeiten gut gestaltet werden.

Alternsgerechte Teams, das heißt Jung und Alt gemixt,  fördern die Vielfalt und die Lernbedingungen im Betrieb. Altersbedingte Stärken können dabei optimal genutzt, Schwächen von Jung und Alt bestmöglich kompensiert werden. Dadurch ist ein perfekter  Austausch zwischen den Generationen gegeben und dies fördert auch das Von-einander-Lernen.

 

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